Die Reise nach Heidelberg

Letzte Woche reiste ich für 4 Tage nach Heidelberg. Am Mittag kam ich mit dem ECE am Bahnhof Heidelberg an und suchte als erstes das nahegelegene Hotel auf, um meinen Koffer abzugeben.

Anschließend hatte ich vor mit leichtem Gepäck loszuziehen und mir die Gegend anzugucken. Umso erstaunter war ich dann dass Hotel geschlossen vorzufinden. An der Tür einen Hinweis „Einchecken ab 15 Uhr. Oh, da war mir dann etwas entgangen.“ So ging ich los auf der Suche nach einem netten Warteplatz. Restaurant kam nicht mehr in Frage, weil ich vorher kurz am Bahnhof schon Cappuccino und Baguette zu mir genommen hatte. Nach 20 Minuten Rundgang spürte ich die ersten  Ermüdungserscheinungen, mit Rucksack auf dem Buckel, Rollkoffer in der einen und Tasche in der anderen Hand. Zumal mir der Rollkoffer, „dieses Biest“, dauernd in die Hacken fuhr.

Bald sah ich dann auch eine richtig schöne Bank, unter einem Baum, nahe einer Kirche, umgeben von alten Historischen Wohnhäusern. Nicht weit war auch ein Kindergarten. Die Kleinen wurden nach und nach von den Eltern abgeholt. Diese kamen meist mit dem Fahrrad und die Kinder waren dann auf den Laufrädchen unterwegs. Wie die geölten Blitze kamen die an, die Fußgänger mußten zur Seite springen. Auffallend waren die vielen jungen Leute im Straßenbild. Eine Menge junger Frauen und Männer hatten meist zwei, drei oder mehr Kinder dabei. In den Städten in NRW ist das eine Ausnahme. Anscheinend ist Heidelberg eine fruchtbare Gegend in der es sich gut leben läßt. So verging die Zeit schnell. Zwischenzeitlich war die Sonne rausgekommen, es wurde angenehm mild. Ich raffte meine Sachen zusammen und rollte zum Hotel. Checkte ein, bezog mein Zimmer in der 4. Etage, machte mich etwas frisch und schon war ich wieder unterwegs. Diesmal mit kleinem Gepäck, leicht und luftig. Meine HeidelbergCard, die ich mir vorher beim Info Center am Bahnhof besorgt hatte, kam jetzt zum Einsatz. Mit dieser Card konnte ich Kreuz und quer durch Heidelberg fahren soviel ich wollte, alle öffentl.Verkehrsmittel nutzen. Aber zuerst fuhr ich mit der Straßenbahnlinie 5 bis Blumenthalstrasse. Denn am nächsten Tag ging mein Schreib Workshop los und ich wollte ausprobieren wieviel Zeit ich am Morgen für die Fahrt brauchte.

Die darauffolgenden zwei Tage verbrachte ich dann im „Collegium Palatinum“ in der alten „Villa Krehl“. Dort fand unser Workshop statt. Dieser Ort war ein toller Schauplatz für das Thema „Romane schreiben“, geradezu prädestiniert, die Phantasie konnte gut arbeiten. An beiden Tagen kam keine Langeweile auf. Der Workshop war systematisch und professionell vorbereitet. Durch die fachliche, kompetente nicht zuletzt auch humorvolle Art der Schreibtrainerin war die Zeit viel zu schnell zu Ende. Alles in allem ein gelungener Workshop, sehr empfehlenswert.

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Die TeilnehmerInnen, die aus der Gegend kamen, brachen schnell den Heimweg an. Die weiter entfernt Wohnenden waren noch zeitiger fort um ihre Bahnverbindungen zu erreichen. Ich hatte mir noch eine weitere  Übernachtung gebucht, da ich vorhatte, dass Schloss zu besichtigen. Nach einem gemütlichen Frühstück checkte ich im Hotel aus und brachte mein Gepäck zum Bahnhof ins Schließfach. Dann machte ich mich auf den Weg zum Schloss. Einige Ausflugsbusse standen bereits auf den Parkplätzen, schließlich war Sonntag. Als ich die Halle für die Bergbahn betrat,  die Menschenschlange an Kasse und Einlass sah, überlegte ich es mir schnell anders. Ich ging den Weg zu Fuß hoch. Es war zwar schweißtreibend, den steilen Berg und die Stufen hoch, aber ich ging allein. Mit tollen Ausblicken an jeder Ecke und Kurve wurde ich entschädigt. Man konnte das ganze Neckartal überblicken, die Stadt mit ihren vielen Kirchtürmen und die Historische Altstadt. Auch auf die Schlossführung habe ich verzichtet, weil die Gruppen so groß waren. Mit meinem Stadt- und Schlossführer in der Hand habe ich das gut allein geschafft, abseits der vollen Pfade zu laufen. Viele Wege waren zur Zeit wegen Renovierung gesperrt. Sehr schön und sehenswert sind der alte Fasskeller und das Deutsche Apothekenmuseum, beides im Schloss. So sehr viel Zeit hatte ich hier nicht, denn am Nachmittag fuhr mein Zug zurück. Deshalb werde ich Heidelberg erneut besuchen, um all das mir anzusehen was ich nicht geschafft habe. Auf dem Rückweg legte ich noch eine Pause am Neckarufer ein. Ich setzte mich in die Sonne und sah den Ruder- und Ausflugsbooten zu.

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Der Zug kam pünktlich und ich hoffte, dass ich auch in Mainz meinen Anschlusszug bekomme. Als der Regionalexpress plötzlich auf freier Strecke anhielt und die Durchsage kam: „Wir sind zu früh und müssen hier warten, machte ich mir keine Gedanken um den Anschluss.“ Als dieser Zug aber noch einmal hielt und wartete, war das schon komisch. So früh konnten wir doch nicht mehr sein ? Die nächste Durchsage war kurz vor Mainz, „Wir kommen mit 10 Minuten Verspätung an, der Anschluss ECE wartet auf der gegenüberliegenden Bahnsteigseite ?“ Hier stand er dann schon, ein nigel nagel neuer ECE, Riesenlang – 2 Züge aneinander gekoppelt –  Nur leider fand keiner der Reisenden seine reservierten Sitzplätze, da die Wagennummern wild durcheinander waren, bzw. gar nicht existierten. Man konnte auch nicht durch die Wagen durchgehen, weil es 2 Züge waren. Das Chaos war perfekt. Schon auf der Hinfahrt habe ich das in Köln erlebt. Da wurde ein Ersatzzug geschickt, ein uralter EC, auch dieser war ohne Sitzplatz- Nummerierung. Irgendwie haben dann alle Reisenden einen Sitzplatz gefunden auch ohne Reservierung. Die Fahrt ging bis Bingen, dort hatten wir einen längeren Aufenthalt. Laut Durchsage telefonierte der Zugführer mit der Technik ??? Als wir endlich weiterfuhren bestand bereits eine Verspätung von 1 Stunde 10 Minuten, diese wuchs bis Köln auf 1,5 Stunden. Die Zugbegleiterin tat mir leid, sie wurde von allen Reisenden bestürmt und nach Ersatzverbindungen gefragt. Die Durchsagen der Bahn dröhnte dazwischen, mit Hinweisen von Anschlussverbindungen ab Koblenz. Ich blieb bis Köln in diesen Zug und habe mich entschieden auszusteigen. Weil ich von hier, wenn überhaupt noch am Sonntag Abend, am besten wegkommen würde. Das war ein weiser Entschluss. Denn in absehbarer Zeit fuhr ein Regio Express über Leverkusen-Opladen. Den konnte ich nehmen und dann von Opladen nach Leichlingen mit der Taxe fahren. Spät am Abend kam ich erschöpft auf meinem Gehöft an.

 

Thank you, for traveling with the Deutschen Bundesbahn

 

 

 

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