Fuerteventura Teil II

Mit unserem kleinen Toyota Flitzer machten wir eine Fahrt nach Puerto del Rosario, der Inselhauptstadt von Fuerteventura. Die Fahrt Dauer betrug  2 1/2 Stunden und war nicht besonders attraktiv. Aber da wir 4 Wochen blieben war es ganz nett eine Stadtbesichtigung zu machen. Die Fahrt durch die „Prärie“ war eintönig, die „Pferde“, die uns begegneten waren rot, blau, weis und grau. Viel Verkehr gab es nicht.

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Uferpromenade Puerto del Rosario mit historischen Kalkofen

Gestartet sind wir mit einem Spaziergang entlang der Uferpromenade. Am Handelshafen mit seinen Lagerhallen vorbei und weiter zum Containerterminal Richtung Süden. Wir begegnen das imposante Skelett eines Brydewals und konnten einen schön restaurierten historischen Kalkofen bewundern. Nette mit Mosaik belegte Bänke laden zum verweilen ein. Was uns sehr gut gefallen hat, waren die goldgelben Sandstrände entlang der Promenade. Die Anlegestellen für die Kreuzfahrtschiffe haben uns nicht weiter interessiert. Wir verlassen die Meerseite und gehen durch die Innenstadt zurück. Hier begegneten uns überwiegend Geschäfte einiger grosser bekannter Ladenketten.

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Hafen und Strand

Bis Ende des 18.Jahrhunderts war Puerto del Rosario ein unbedeutendes Nest einer wenig besiedelten Gegend. Es lebten etwa 500 Hirten und Fischer hier. Nach und nach wuchs die Bevölkerung. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts gewann der „Ziegenhafen “ an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. 1860 wurde „Puerto Cabras“ zur Inselhauptstadt erklärt.

Nach unserem Rundgang machten wir uns auf den Rückweg, denn um 17,00 Uhr begann der Yoga Kurs im Hotel. Das war eine schöne Sache. Zwei Mal die Woche, Dienstag um 17,00 Uhr und Donnerstag um 11,00 Uhr wurde dieser Kurs angeboten. So blieb ich auch in den Urlaubswochen fit und  beweglich. Ich musste mich lediglich mit unseren anderen Aktivitäten zeitlich anpassen. Christine, die Yogalehrerin, lebt auf Fuerteventura und bot Kurse für Gäste des Hotels und Einheimische an. Sie machte es professionell und sehr abwechslungsreich, einfach super. Es hat viel Spaß gemacht, deshalb habe ich auch keine Übungsstunde versäumt.

 

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Kleine Wanderung von Toto bis Degollada de Los Granadillos

Den nächsten Tag ging es wieder auf eine kleine Wanderung. Von dem fast vollkommen unbekannten kleinen Ort „Toto“ auf gut markierte breite Wege durch ein Tal in die Bergwelt Fuerteventuras.

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Zum Schluss wurde der Weg etwas steiler und stieg deutlich an. Schmal und felsig schlängelte der Pfad sich bis wir auf der fast 500 Meter hohen „Degollada de Los Granadillos“ ankamen. Bei der alten Schäferhütte konnten wir die Aussicht genießen. Danach gingen wir an den Wolfsmilch Gewächsen entlang zurück, da es nur diesen einen Rückweg gab. Aber für uns ist das Wandern „Der Weg ist das Ziel“. In diese Gegend kamen wir noch öfters, denn rund um Betancuria ist eine beliebte Wandergegend auf der Westseite der Insel.

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Wanderung Vega de Rio Palmas bis Ermita in der Felsenschlucht

Schon am nächsten Tag fuhren wir noch einmal die Strecke vom Vortag um eine schöne Wanderung am Rio Palmas zu machen. In der ansonsten  so kargen Landschaft, standen viele Palmen, obwohl der Barranco „de las  Pepitas“ total ausgetrocknet war. Dass hier jemals viel Wasser floss in diesem Flussbett war nicht vorzustellen. Der Weg war gut ausgeschildert, sehr beliebt, bei den sonst eher einsamen Wanderwegen.

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Nach etwas Laufzeit kamen wir an eine grosse Staumauer. Die Mauer wurde in zwei Schritten erbaut. 1939 errichtete man eine 11 Meter hohe Mauer, die dann bald auf 22 Meter erhöht wurde. Nach und nach versandete der See immer mehr, so dass sich die Kapazität um mehr als 80 Prozent verringerte und das Wasser versalzte. Der Stausee war für die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr geeignet.

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Über einen Schotterweg gelangten wir in den über 20 Millionen Jahre alten Talabschnitt, teils liefen wir über Steintreppen, bis wir die winzige weisse Ermita de Nuestra Senora de La Pena erblickten. Ein kurzer Pfad führte uns nach links unten zur Kapelle. Dieser Ort war menschenleer und man konnte die Atmosphäre genießen. Hier konnten wir das Gemälde, auf dem die Darstellung der Entdeckung der Heiligenstatue durch die Franziskaner zu sehen war, betrachten. Die Marienfigur soll vor 600 Jahren von dem Eroberer Jean Bethencourth auf die Insel gebracht worden sein und in der Pfarrkirche von Betancuria gestanden haben. Kurz bevor Piraten 1593 plündernd in der damaligen Hauptstadt wüteten, brachte man sie nach Vega de Rio Palmas in Sicherheit, dann verlor sich die Spur.

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Einer Legende nach fand man die Figur Jahrzehnte später in einer Felsnische verborgen im Barranco de la Penitas und brachte sie daraufhin in die Kirche von Vega de Rio Palmas. Die wundersame Wiederentdeckung zog die Pilger der ganzen Insel an, und die fortan als Felsenjungfrau verehrte Statue wurde dann zur Schutzpatronin Fuerteventuras ernannt. Ihr zu Ehren findet jedes Jahr im September die größte Inselwallfahrt statt. Wallfahrtsziel ist die Fundstelle der Heiligenfigur mitten in der gut ausgebauten zugänglichen Schlucht. Dort errichtete man dann die schlichte kleine Kapelle, die Ermita del la Pena. Von der Staumauer aus hat man einen spektakulären Blick in die enge Felsenschlucht und auf die Kapelle.

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Zurück liefen wir den gleichen Weg. Am Dorfplatz besichtigten wir noch die Wallfahrtskirche Iglesia de Nuestra Senora de la Pena. Sie ist täglich geöffnet. Die Wanderung dauerte gut zwei Stunden und gehörte mit zu den schönsten der Insel.

5 Gedanken zu “Fuerteventura Teil II

  1. Kompliment! Das sind ja für mich ganz neue Eindrücke! Toll. Wir waren schon vier mal auf Fuerteventura – und wir sind auch gern auf Entdeckungstour. Diesen Teil werde ich mir merken und auf der Karte zu finden versuchen.
    Lieben Dank für den tollen Bericht! 👍😊

    Gefällt 1 Person

    1. Die meisten Wanderungen befinden sich im Westlichen Bergland zwischen Betancuria und Pajara. Die Beschreibungen der Wanderungen sind aus dem Reiseführer Michael Müller Verlag Fuerteventura, inklusive Kleinen Wanderführer mit 16 Wandervorschlägen. Für Vielwanderer ist der Wanderführer vom Rother Verlag mit 30 Touren und der Wanderführer “ Outdoor Handbuch“ Band 392 mit 24 Wanderungen gut. Viel Spass beim Nachwandern. Herzliche Grüsse

      Gefällt 2 Personen

  2. Bis auf eine Insel haben wir alle Kanaren Inseln besucht und ich fand jede sehr schön, wenn auch sehr unterschiedlich. Bei Fuerteventura waren wir angenehm überrascht, was man dort alles unternehmen kann. Jegliche Wassersportarten sind möglich, Strandliebhaber finden Traumstrände vor, für uns als Wanderfreunde gab es viele Möglichkeiten gute Wanderstrecken zu geniessen. Durch die geringe Bevölkerungsdichte war wenig Strassenverkehr und unsere Ausflüge über die Insel waren stressfrei und angenehm. Die außergewöhnliche Schönheit der Natur kann in Ruhe bewundert werden. Deshalb ist ein Besuch sehr zu empfehlen. Von Teneriffa ist es mit dem Schiff oder Inselflieger nicht weit. 🤣
    Herzliche Grüsse , Schreibteufelblog

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