Fuerteventura Teil III

Eine windige Angelegenheit

Zwei Tage hielten wir uns im Hotel auf. Es tobte ein Sandsturm, der aus Afrika kam. Die Luft war grau man konnte kaum atmen. Menschen, die nach draussen mussten hatten sich mit Tüchern vermummt. Am dritten Tag wagten wir uns wieder zu einer kleinen Wanderung raus. Es war der Tipp eines Reiseführers, zwischen zwei grossen Naturparks von Jandia und Betancuria. Vom Weiler El Cardon, an der Ostflanke des Berges mit  gleichlautenden Namen, führte ein reizvoller Wanderweg in das als Monumento Natural ausgewiesene Schutzgebiet.

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Der Einstieg befand sich direkt an der Landstrasse FV-618. Der grün-weiss markierte Pfad war nicht zu verfehlen und nach einer guten Stunde, zum Schluss ansteigend, waren wir an der Felsenkapelle „Ermita Virgen del Tanquito“ angelangt.

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Jedes Jahr Ende Mai/Anfang Juni ist es Ziel einer grossen Wallfahrt mit viel Folklore. Aber auch ohne musikalischer Begleitung war der Weg lohnenswert. Bei der Kapelle standen Bänke mit schöner Aussicht zum Picknicken. Bis auf eine kleine Wandergruppe von 5 Personen, begegnete uns kein Mensch.

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Beim Abstieg blies der Wind schon wieder recht stark und zerrte an meinen Haaren. Eine Kopfbedeckung die nicht bombenfest saß, wurde fortgeweht, ohne war es äußerst unangenehm. Mir fiel mein „Buff“ vom Motorradfahren ein, den ich in meinem Rucksack trug. Den stülpte ich mir über und alles war gut. Trotzdem waren wir froh als wir wieder beim Auto ankamen und aus dem Wind raus waren.

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Zurück in Costa Calma liefen in allen Hotels tagelang große Reinigungs Aktionen . Der Sand war überall.

Die Wanderung war aus dem Reiseführer Bruckmann „Zeit für das Beste“.

Am nächsten Tag konnten wir uns wieder in den Aussenanlagen des Hotels aufhalten man biß nicht mehr auf Sand. Wir hatten uns einen Ausflug nach „Los Molinos“, einem beliebten Ausflugsziel, an der hundert Kilometerlangen Westküste, ausgesucht. An diesem Küstenabschnitt gibt es nur eine Handvoll kleiner Siedlungen. Eine davon ist das winzige Fischernest „Puertito de Los Molinos.“

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An der grossen Steinpyramide, am Eingang des Ortes, stellten wir das Auto ab. Hinter dem Parkplatz gab es einen kleinen Ententeig, der sich bei genauem Hinsehen als eine vom Meer abgeschnittene Lagune entpuppte. Bei hohem Wellengang wurde das Wasser eingespült.

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Eine artenreiche Vogelwelt hat sich hier angesiedelt, Atlantikmöwen, Seidenreiher und Strandläufer. Überraschend viel grün war längst des im Meer mündeten Barranco zu sehen. Im Ort marschierten uns einige Ziegen entgegen.

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Außer den wenigen Fischerhütten rund um den Kieselstrand schmückte noch eine kleine halbrunde mit Muscheln verzierte Kapelle  die Ortsansicht. Eigentlich war es nur ein zu Ehren der Schutzpatronin der Fischer  errichteter Marienschein.

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Einkehren konnte man nur in einem einzigen Fischlokal „Casa Pon“. Dort duftete es verführerisch, leider hatten wir kurz vorher unseren Proviant verspeist. So tranken wir nur einen Café´und  genossen den Ausblick auf die Brandung, von der Terrasse aus.

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Die reizvolle Wanderung entlang der Steilküste brachen wir ab, weil der Wind uns drohte von dem Plateau zu blasen. Somit hatte sich das Thema „Wandern“ für den Tag erledigt.

Moro Jable,  –  Es war einmal ein Fischerdorf-

Moro Jable ist der einzige Ort auf der Halbinsel Jandia, der mit einem kleinen gewachsenen Ortskern aufwartet. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts war Moro Jable nur über eine Staubpiste erreichbar. Es gab weder Strom noch fließend Wasser. Heute, mit etwa 8000 Einwohnern ist Moro Jable auf Kleinstadtgröße angewachsen und bildet mit dem zusammen gewachsenen Nachbarort Jandia eines der umtriebigsten Ferienzentren der Insel. Der ehemals weit ab gelegene Ort ist durch den autobahnartigen Ausbau der Schnellstraße heute nur noch eine gute Fahrstunde vom Flughafen entfernt.

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Zu Beginn des Rundgangs starteten wir am Hafen und liefen weiter durch den kleinen gewachsenen Ortskern bis zur Fußgängerpromenade, oberhalb des feinen Sandstrandes. Hier landeten wir direkt in der viel frequentierten Essmeile. Weiter ging es entlang der Uferpromenade an Traumstränden vorbei, bis zum Leuchtturm von Jandia.

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Mit seinen 59 Metern ist er der höchste auf Fuerteventura. Die Halbinsel Jandia weist die meisten Sonnenstunden der ganzen Insel auf. Grund dafür ist die geschützte Lage an der Südseite eines bis zu 800 Meter hohen Bergzuges, der Wind und Wolken aufhält. Deshalb ist der Ort so beliebt bei den überwiegend deutschen Sonnenanbetern. Seit 2012 eine grosse Fußgängerzone angelegt wurde geht es etwas ruhiger zu.  Es reihen sich Restaurant, Bars,  Cafés und eine Ballung von Hotelkomplexen, Appartementanlagen und Souvenir Geschäften aneinander.

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Die Lebensqualität im Vergleich zu früher ist etwas erhöht, als hier noch Auto an Auto parkte und sich die Wagen durch die engen  Gassen quetschten.

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Kurz vor dem Verkehrskreisel beendeten wir unseren Ausflug. Aber nicht bevor wir die Terrakotta Plastiken von der Bildhauerin „Lisbet Fernandez“ im Foto hatten. „Caminos“ nennt die kubanische Künstlerin die in Originalgröße nachgebildete Kinderschar.

 

 

5 Gedanken zu “Fuerteventura Teil III

      1. Der Kommentar war nur deshalb so kurz, weil ich ihn mit dem Smartphone schrieb (unser Festnetz ist seit Tagen unterbrochen…). Aber Deine Inseltourbeschreibungen sind wirklich sehr schön datailliert. Lieben Gruß!

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  1. Die Terrakotta Plastiken der Bildhauerin Lisbet Fernandez „Caminos“ sind wunderschön und so ausdrucksstark. Großartig, die würde ich auch gerne mal fotografieren, wirklich ganz toll. Lieben Dank für’s Teilen! Herzlichst, Sovely

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