Flucht von Zuhause

Zur Coronazeiten ist so manch Einer auf seine eigene Terrasse angewiesen. Aber das kann ganz nett sein. Man weis das Eigene wieder neu zu schätzen. Leise rauscht die Wupper dahin, leider auch die Zeit. Wir beschränken unsere Reisetätigkeit auf wöchentliche Ausflüge. Letzte Woche waren wir in „Schriesheim“ – neben Heidelberg – und was haben wir gemacht ?  – Zeitvertrieben –  mit Wandern und Besichtigen von kleinen Orten und Museen.

Kurz bevor wir unseren Standort Schriesheim bei Heidelberg erreichten, machten wir unsere erste kleine Wanderung. Beginn am Wanderparkplatz Bildstock in Oberflockenbach. Bei herrlichem Wetter hatten wir einen tollen Ausblick über die Bergkuppen des Odenwalds und über das Oberrheintal.

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 Ein steiler Pfad führte uns über einen Forstweg hoch zum Steinberg. Gewaltige Steinblöcke wurden hier von Menschenhand bewegt. Ob es ein keltischer Kultplatz oder eine alte Fluchtburg war steht nicht so genau fest. An den Wegabzweigungen informieren Infotafeln über Geologie und Gesteine.

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Der Wanderweg schlängelt sich weiter bergauf zum „Wildeleutestein“. Der Sage nach lebten hier „wilde Leute“ und haben aus der Vertiefung des mächtigen Steinblocks ihre Suppe gegessen.

 

Ein schmaler Fussweg führte uns zum höchsten Punkt der Wanderung, dem Eichelberg. Hier steht ein Aussichtsturm und die Mannheimer Hütte. Der Aussichtsturm war wegen „Corona“ geschlossen und die Hütte ist nur an  Sonn-und Feiertagen geöffnet. Der „Odenwaldclub“ sorgt dann für die Bewirtung. So mussten wir mit unserer Rucksackverpflegung vorlieb nehmen, war aber auch lecker.

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Danach verlief die Wanderung fast nur noch bergab, bis Oberflockenbach. Direkt am Ortseingang sahen wir dann auch „Die Suppenschüssel“, eine Möglichkeit zum einkehren. Schon auf der Wegstrecke wurde darauf hin gewiesen. Schade, denn hier war erst ab 16 Uhr geöffnet. Als wir dann etwas unschlüssig herumstanden kam nach kurzer Zeit die Wirtin heraus und fragte uns was wir denn gerne hätten. Wir antworteten, dass wir nur etwas trinken wollten und vielleicht ein Stück Kuchen dazu ? Ja, einen Kaffee konnte sie uns machen und ein Radler bekamen wir auch noch. Nur Kuchen hatte sie heute keinen gebacken. Hocherfreut setzten wir uns in den Biergarten und sie brachte uns dann auch noch einige Stücke Dampfnudeln vom Vortag und Salzstangen. Wir bedankten uns herzlich und freuten uns über die nette Wirtin. Denn es war sehr heiß geworden und wir hatten Durst. Unsere Trinkflaschen waren leer.

Danach ging es ein letztes mal durch den Ort bergauf, bis wir wieder am Wanderparkplatz Bildstock ankamen.

Eine sehr schöne Wanderung am Anfahrtstag. Nun war die Fahrt nicht mehr weit bis wir bei unserer Unterkunft in Schriesheim ankamen.

Die Wegbeschreibung ist aus dem Rother Wanderführer Rhein-Neckar, war 11,7 km lang und dauerte ca. 3 Std. und 45 Minuten.

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Am nächsten Tag sollte es wieder warm werden, deshalb beschlossen wir eine Stadtbesichtigung von Heidelberg. Vorher wollten wir noch den Philosophenweg, zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs, gehen.

Eine Weile dauerte es, bis wir in der Innenstadt einen geeigneten Parkplatz gefunden hatten. Dann stellte ich fest das es in der Zwischenzeit schon so heiß war und ich nicht mehr ohne Kopfbedeckung auskam. Meine Kappe hatte ich im Apartment liegen gelassen. Also musste ich noch in das nächste Geschäft und nach etwas Neuem Ausschau halten. Da ich einen sehr kleinen Kopf habe sind passende Hüte, Kappen für mich immer ein  Problem. Etwas säuerlich wartete Helmut vor dem Kaufhaus. Aber überraschender Weise war ich schnell fertig und hatte eine neue Kappe, so halbwegs passend gefunden. Na, endlich konnten wir los laufen. Zuerst ein kleines Stück noch durch die Innenstadt dann waren wir am Einstieg vom Philosophenweg.

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Es ging gleich bergauf. Aber bald schon wurden wir mit den ersten schönen Ausblicken auf die Stadt entschädigt. An prächtigen Villen mit Palmen vor den Haustüren, stiegen wir weiter auf. Immer wieder mit neuen Ausblicken wurde der Weg nicht lang. Zwischendurch mussten wir uns hinsetzen, weil es so warm wurde, um zu verschnaufen.

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Der Weg führte uns direkt am Schloss vorbei, leider liegt Heidelberg zur Zeit unter einer Baustelle. Das Schloss war zum grossen Teil eingerüstet und die schönsten Ausblicke waren gesperrt. Das war schon etwas enttäuschend, weil ich vor drei Jahren hier oben war und wenig Zeit hatte. Da wollte ich diesmal in Ruhe noch einmal schauen.

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Kunst im Schlosspark

Auch beim Weiterlaufen des Weges stellten wir fest, das die Strecke zur alten Bergstation „Molkenkur“, ein ehemaliges Traditionslokal, gesperrt war. Der Weg endete dann an einem “ Krabbelpfad“- nur noch fürs Jungvolk und mutigen Mountanbikern – zu benutzen.  Hier stiegen wir dann über die Fahrstrasse ab und gingen runter zurück in die Altstadt. Auch diese Strecke war eine einzige Baustelle. Jetzt waren wir reif für eine Pause und hatten Glück. In der Innenstadt fanden wir direkt in der Hauptfussgängerzone ein schönes altes Cafe´. Im ruhigem, schattigen Garten des Cafe´s  „Schafheutle“ konnten wir köstlichen Kaffee und Kuchen genießen.

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8 Gedanken zu “Flucht von Zuhause

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