Fachwerk, Klöster, Schlösser und blühende Barockgärten

Der Teutoburger Wald und ein kleines Stück Weserbergland

Lange geplant, endlich geschafft, die kleine Auszeit in den Teutoburger Wald. Das für die nächsten Tage anhaltende gute Wetter wollten wir ausnutzen.

Paderwanderung mit Auensee

Schon auf der Hinfahrt machten wir Halt in Paderborn, für eine erste Wanderung. Die Pader ist Deutschlands kürzester Fluss. Ein einzigartiges Naturphänomen. Das Quellgebiet mit den 200 Quellen, die in der Paderborner Innenstadt entspringen.

Vorbei an ehemaligen Mühlen erreichten wir rasch den Zusammenfluss der Pader Arme. Weiter ging es durch herrliche Wiesen und Auen. Unterwegs gab es 25 Stationen mit Themen aus den Bereichen Natur und Kultur. Sehr gut ist dieser Weg auch für Familien mit Kindern geeignet, da abenteuerliche, sehr schöne Spielplätze am Wegesrand zu Pausen einladen.

Die Wegstrecke ist auch in verschiedenen Längen zu laufen. Es gibt Runden von 11,9 km, 8,5 km, 5,5 km und 4,2 km, für jeden etwas dabei. Wir hatten uns für die große Runde von 11,9 km entschieden und kamen nach halber Strecke ans Wasser Schloss Neuhaus, mit seinem schönen Barockgarten. Zu besichtigen war das Schloss zur Zeit nicht. Im Erdgeschoss befindet sich heute das Residenzmuseum, eine Zeitlang war in den Räumen auch eine Realschule

Wasserschloss Neuhaus

Nachdem wir eine Weile durch den Garten geschlendert waren und uns das Gebäude von aussen besichtigt hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Für den Anfahrtstag war es eine sehr schöne Wanderung. Wir fuhren weiter nach Bad Pyrmont, unseren Aufenthaltsort für 6 Übernachtungen.

Seerosenteich
Barockgarten

Das Hermannsdenkmal

Nicht weit von unserer Unterkunft war das Hermanns Denkmal unser Tagesziel. Der Architekt und Bildhauer Ernst von Bandel hat dem Denkmal sein ganzes Vermögen und viele Jahre seines Lebens gewidmet. Zu Ehren des im Kampf gefallenen Cheruskerfürsten Arminius (=Hermann) schuf er aus Eisen, Kupfer und Sandstein ein mächtiges Monument von über 50 Meter Höhe. Von der Aussichtsplattform soll man einen tollen Blick auf Detmold geniessen.

Schon einmal vor Jahren war ich hier, da stand eine riesige Warteschlange vor dem Denkmal. Diesmal war eine übersichtliche Anzahl von Menschen da, aber die Plattform hatte nur ein geringes Zeitfenster für die Besichtigung. An diesem Tag leider geschlossen. So suchten wir den Einstieg zum Wanderweg „Rund um das Hermanns Denkmal“. Irgendwie hatte ich schon Bedenken weil wir so lange Bergab liefen, dass wir auch alles wieder rauf mussten. Ja, so war es dann auch. Unterwegs trafen wir auch keine anderen Wanderer außer Waldarbeiter.

Der Weg wurde immer mehr zur Schlammschlacht, aber da mussten wir jetzt durch. In dem Schlamm begegneten uns zwei junge Männer die sich da ebenfalls durch quälten. So langsam schien die Wanderung etwas „aus dem Ruder zu laufen“. Die Wegbeschreibungen stimmten nicht mehr überein. Als Abkürzungen stiegen wir dann Wasser Ablaufrinnen hinauf. Meine Stimmung ging so langsam dem Nullpunkt entgegen. In der Ferne hörte man vom nahe gelegenen Truppenübungsplatz Gewehre knattern. Die Wanderung nahm und nahm kein Ende. Alles Wald, jetzt kann ich mir vorstellen wie die Römer sich hier gefühlt haben. Heilfroh waren wir dann, als wir den Kopf des „Hermann“ über die Baumwipfel erblickten.

Auf dem Weg zum Parkplatz entdeckten wir noch etwas Interessantes. Der Dreifussstein markiert einen hydrographischen Wasserscheidepunkt. An diesem Punkt auf dem Kamm des Teutoburger Walds treffen die Wassereinzugsgebiete der drei Flüsse Rhein, Weser und Ems zusammen. Es begegnen sich hier die Rhein-Weser-Wasserscheide, die Weser-Ems-Wasserscheide und die Rhein-Ems-Wasserscheide. Der Punkt befindet sich unweit des Hermannsdenkmal. Der aus Sandstein bestehende Dreiflusssstein wurde im Jahr 2009 eingeweiht.

Höxter, mittendrin im Weserbergland

zählt zu den ältesten Städten in Norddeutschland. Die historische Altstadt wird heute durch einige bedeutende Gebäude der Weser Renaissance geprägt.

Reich verzierte Bürgerhäuser und ehemalige Adelshöfe zeugen in ihren unterschiedlichen Ausführungen nicht nur vom Reichtum der Bauherren, sondern auch von der Kreativität und Fähigkeit der Handwerker.

Die kleine Innenstadt hat ein vielfältiges gastronomisches Angebot an Biergärten und Cafés. Nach unserer gestrigen Waldwanderung machten wir hier eine Stadt-und Uferwanderung an der Weser, mit Besuch des Klosters Corvey.

Das ehemalige Benediktiner Kloster Corvey ist UNESCO-Welterbe und gilt als eine der bedeutendsten Klostergründungen der mittelalterlichen Welt. In der ruhigen Atmosphäre des Innenhofes war es erholsam eine Pause einzulegen und sich von der quirligen Innenstadt auszuruhen. Sehr beeindruckt waren wir von der grossen Bibliothek. Zur Zeit fand keine Führung statt, zwecks Renovierung und Corona. Es konnte auch nur ein kleiner Teil mit wenigen Personen besichtigt werden. Um einen Eindruck zu bekommen war es für uns auch ausreichend, denn wir hatten schon die Stadtbesichtigung hinter uns.

zählt zu den

Kloster Corvey

8 Gedanken zu “Fachwerk, Klöster, Schlösser und blühende Barockgärten

  1. Liebe Petra,
    Du hast eine große Sehnsucht in mir geweckt. Vor ein paar Jahren war ich sechs Wochen in Bad Oeynhausen und dann haben wir die Gegend erkundet. Es hat mir sehr gut gefallen und jetzt habe ich durch Deinen Bericht erfahren, dass wir noch lange nicht alles gesehen haben. Das heißt mir müssen in Deine Fußstapfen treten 😊
    Liebe Grüße
    Balle

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